Sommerfreizeiten
Mit 36 Jugendlichen und 5 Betreuern ging es in den Sommerferien 2008 für 2 Wochen an die spanische Costa Brava bei S’Agaró, einem kleinen Küstenort, der zu dieser frühen Sommerzeit noch nicht touristisch übervölkert war. Im Mittelpunkt stand wie in den letzten Jahren das Zusammenleben als Gruppe mit viel Selbstorganisation und Eigenverantwortung. Es gab Ausflüge in die nähere Umgebung wie auch nach Barcelona oder nach Figueres, der Heimat des berühmten Künstlers Salvador Dali, viel Freizeit am Meer und an den Klippen, Workshops, Diskussionsrunden, Andachten, Strandspiele und vieles mehr. An unsere vier nebeneinander liegenden Bungalows schloss sich ein großer Garten an, in dem unter Schatten spendenden Pinien ein großer Teil des Gruppenlebens stattfand (u.a. mit teils schlauchenden Tischtennis-Turnieren).
Eine kleinere Kindergruppe verbrachte 10 erlebnisreiche Tage auf dem Bundeszeltplatz es BdP in Immenhausen nahe Kassel. Auch wenn die ersten völlig verregneten Tage sehr an den Nerven zehrten, ließen sich die Kirtorfer und Ober-Gleener nicht den Spaß verderben – schließlich waren auch andere Gruppen aus allen Teilen Deutschlands angereist, mit denen man nicht nur das Leid teilen, sondern vor allem viel Spannendes erleben konnte. Anders als für die wartenden eltern zu Hause verging für die Teilnehmer die Zeit wie im Flug. Vermutlich werden wir im Sommer 2010 deshalb wieder nach Immenhausen fahren.
Offener Jugendtreff
Der Kinder- und Jugendtreff hat weiterhin jeden Freitag geöffnet, seit September 2008 allerdings nur noch bis zur Altersgrenze 13 – die Gründe dafür sind im letzten Gemeindebrief ausführlich beschrieben. Hatten wir bis dahin im Schnitt 46 Besucher zwischen 7 und 17 Jahren pro Abend, sind es nun, nachdem die Kinder das auf sie zugeschnittene Angebot verstärkt wahrnehmen, doch schon wieder 25 pro Freitag.
Einzelveranstaltungen
Das Jahr 2008 begann mit einem Kirchencafe, das vor allem von den Konfirmanden und den beiden Jugendkreisen ausgerichtet wurde. Da es wieder auf gute Resonanz stieß, haben auch 2009 Kinder und Jugendliche Erwachsene bewirtet – ein Gernationenprojekt, das ausbaufähig ist.
Auch beim Kartoffelfest halfen – neben den fleißigen Müttern in Küche und am Buffet – viele Kinder und Jugendliche tatkräftig mit: Spüldienst, Bedienung, Getränkeverkauf, Jurtenbetreuung und viele spontane Hilfen machten das Gemeindefest zu einem großen Erfolg, dessen finanzielle Seite deshalb auch wieder der Jugendarbeit zugute kam.
Auch bei anderen Gemeindeveranstaltungen ist die evangelische Jugend vertreten. So geht etwa das aktive Gedenken der Nazi-Pogrome („Reichskristallnacht“) am 9. November auf eine spontane Initiative der Jugend zurück, an dem sich inzwischen verschiedene Gruppen beteiligen.
Pfadfinder
Nach den Sommerferien haben die Evangelischen Pfadfinder Vogelsberg Zuwachs bekommen und eine dritte Sippe gegründet. Nach einigen „Testbesuchern“ sind so 16 weitere Kinder der 2. bis 4. Schulklasse als „Adler“-Gruppe dazu gekommen. Der Pfadfinderstamm hat damit, wenn die Neuen vor Ostern ihr Versprechen abgegeben haben und ihr Halstuch erhalten, 36 Mitglieder. Da eine vierte Sippe nach den Sommerferien 2009 ein erhebliches logistische Herausforderung bedeuten würde, bitten wir Interessierte bzw. deren Eltern, uns möglichst bald anzusprechen. Wir freuen uns sehr über das große Interesse und die starke Kontinuität (bisher haben erst 2 Pfadfinder den Stamm – vorübergehend – verlassen), wollen dabei aber auf keinen Fall an der Zeit und dem Bemühen um die bisherigen Pfadfinder in kleinen Gruppen sparen.
Aus der konkreten Pfadfinderarbeit berichten wir in einem der nächsten Gemeindebriefe wieder ausführlicher. Im Rahmen dieses Jahresberichtes daher nur knapp:
In der Wölflingsstufe (7 bis 11 Jahre) steht vor allem das gemeinsame Spielen im Vordergrund, das pädagogisch sehr wichtig ist und von keinem Computer ersetzt werden kann. Viele Bewegung und das Arrangement mit anderen gehören dazu. Typisch pfadfinderische Themen stehen bei den Wölflingen nur hin und wieder auf dem Programm: erste Knoten und Bünde, Feuertechniken oder ein bisschen Spurenlesen etwa. Bei den älteren Pfadfindern, den Scouts (12 bis ca. 15 Jahre), wird dann das Pfadfinden vertieft und ausgebaut: Karte und Kompass, Querfeldein-Touren, Kohten- und Jurtenbau, Pflanzenkunde und vieles mehr. Dazu gibt es auch externe Fortbildungskurse (siehe Terminübersicht). Die Scouts werden auch schon in die Betreuung und Leitung der Wölflings-Sippen eingebunden und sie übernehmen zunehmend Verantwortung für den Stamm, die sie dann als Ranger und Rover (ab 16 Jahren) voll mittragen und auch an anderen Stellen wahrnehmen. So wird Rover Johannes in diesem Jahr mit befreundeten Pfadfindern aus dem Hamburger-Raum als Helfer auf dem Bremer Kirchentag im Einsatz sein.
An jedem Pfadinder-Mittwoch gibt es neben Programm in den Sippen und Kleingruppen gemeinsame Spiele und eine ausgedehnte Sing-Phase. Zusammen mit unseren vielen religiösen und ethischen Themen, den Praxisprojekten und dem Handwerklichen hat die Pfadfinderarbeit damit den mangels Teilnehmern ausgesetzten Kindergottesdienst bestens kompensiert – mit einer weit größeren Teilnehmerzahl als in all den letzten Jahren des regen Bemühens. In diesem Zusammenhang ist besonders unser Friedenslicht-Gottesdienst vom 4. Advent zu betonen, der komplett von den Pfadfindern gestaltet worden war und den es wegen der vielen guten Rückmeldungen auch in diesem Jahr geben soll.
Ausblick
Zu meinem langen Beitrag im letzten Kircheblättche „Jugendsommerfreizeiten 2009 – Offene Angebote eingestellt“ gab es überraschend viele Rückmeldungen. Die meisten waren – noch viel überraschender – bestätigend. Weil viele Erwachsene ähnliches in ihrem Bemühen für die Jugend erleb haben. Auch von den Jugendlichen haben mich einig Rückmeldungen erreicht, darunter eine mit der Kritik, ich hätte alle Jugendlichen „über einen Kamm geschoren“, alle „in einen Topf geworfen“. Das war allerdings nicht meine Absicht, und wo es so angekommen ist, möchte ich das klarstellen: Ich wollte überhaupt kein „Urteil“ über Jugendliche fällen, es ging in dem Artikel ausschließlich darum, öffentlich zu begründen, warum ich in diesem Jahr keine offen ausgeschriebene Jugendsommerfreizeit anbieten möchte und den Freitags-Jugendtreff für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren nicht mehr anbiete.
Natürlich gab es in den letzten Jahren viele tolle Erlebnisse und Engagement. Nur in der Summe gab es eben auch zu viel Frust, und konkret im letzten Herbst hat sich tatsächlich nicht ein einziger für die eigene Jugendarbeit stark gemacht, was das Aus für Sommerfreizeit und Jugendtreff bedeutet hat. Ich hoffe natürlich, dass sich einzelne weiter engagieren, beim Konfirmanden-Austausch, bei unseren Festen, bei den Gottesdiensten.
Einige Rückmeldungen sagten, es gebe in Kirtorf schon zu viele Angebote für die Jugend, es herrsche ein Ringen um Teilnehmer. In reiner Angebotshinsicht mag das stimmen. Deshalb soll unser Schwerpunkt weiterhin auf Jugendarbeit von Jugendlichen für Jugendliche liegen: selbst aktiv werden, Freizeit sinnvoll gestalten, sich engagieren.
Dazu gehört auch eine Vernetzung mit anderen Angeboten hier am Ort und darüber hinaus, Kooperationen mit anderen Gruppen, Vereinen und Verbänden, gegenseitiger Austausch, ein voneinander Lernen.